E-Gitarre lernen: Ausstattung, erste Techniken und typische Fehler

Kurz gesagt: E-Gitarre zu lernen ist am Anfang oft leichter als Akustikgitarre: dünnere Saiten, niedrigere Saitenlage, weniger Kraft in den Fingern. Dafür brauchst du einen Verstärker oder Kopfhörerverstärker und solltest von Beginn an Abdämpfen und sauberes Spiel ohne viel Verzerrung üben. Wer Rock, Blues oder Metal spielen will, startet am besten direkt auf der E-Gitarre.

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E-Gitarre oder Akustikgitarre – was ist anders?

MerkmalE-GitarreWesterngitarreKonzertgitarre
Saitendünne Stahlsaitendickere StahlsaitenNylon, sanft zu den Fingern
Kraftaufwand beim Greifengeringhochmittel
Halsbreiteschmalmittelbreit
ZusatzausstattungVerstärker oder Kopfhörerlösung, Kabelkeinekeine
Lautstärke zuhauseüber Kopfhörer fast lautloslautmittel
Typische MusikRock, Blues, Pop, Metal, FunkPop, Folk, Singer-SongwriterKlassik, Flamenco, Bossa Nova, Kinderlieder

Die Grundausstattung

  • E-Gitarre mit gut eingestellter Saitenlage. Einsteigermodelle sind heute erstaunlich solide; wichtiger als die Ausstattung ist, dass die Bundstäbchen nicht scharfkantig überstehen und die Gitarre die Stimmung hält.
  • Verstärker: ein kleiner Übungsverstärker mit Kopfhöreranschluss reicht für zuhause. Alternativ ein Kopfhörerverstärker zum Einstecken oder ein Audio-Interface mit Verstärker-Software am Computer.
  • Kabel, Gurt, Plektren, Stimmgerät.

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Was du in den ersten drei Monaten lernst

  1. Powerchords: Zweiklänge aus Grundton und Quinte, auf zwei bis drei Saiten gegriffen. Mit ihnen lassen sich unzählige Rocksongs spielen, und die Form bleibt auf dem ganzen Griffbrett gleich.
  2. Abdämpfen: Die nicht gespielten Saiten werden mit der Greif- und der Schlaghand stummgeschaltet. Auf der E-Gitarre mit Verzerrung ist das wichtiger als auf jeder Akustikgitarre, sonst klingt alles verwaschen.
  3. Wechselschlag: abwärts und aufwärts im gleichmäßigen Wechsel, langsam mit Metronom, als Basis für Riffs und Melodien.
  4. Die Pentatonik: eine Tonleiter aus fünf Tönen in einer festen Griffform – das Fundament für erste Soli in Rock und Blues.
  5. Offene Akkorde: auch auf der E-Gitarre sinnvoll, für Pop und cleane Sounds.

Der häufigste Fehler: zu viel Verzerrung

Ein stark verzerrter Sound klingt sofort nach „Rock“, überdeckt aber jede Ungenauigkeit. Wer nur so übt, merkt nicht, wenn Saiten mitklingen oder Töne schnarren. Übe deshalb regelmäßig mit cleanem oder nur leicht angezerrtem Klang und dreh die Verzerrung erst auf, wenn eine Passage sauber sitzt.

Wie lernt man E-Gitarre am besten?

Für E-Gitarre gibt es besonders viele Video- und Online-Kurse, weil Riffs und Soli sich gut zeigen lassen. Achte darauf, dass ein Kurs nicht nur Songs vormacht, sondern Technik und Rhythmus systematisch aufbaut. Wie sich Videokurs, App und Unterricht unterscheiden, steht unter Online Gitarre lernen; allgemeine Starttipps findest du unter Gitarre lernen für Anfänger.

Häufige Fragen

Kann ich direkt mit der E-Gitarre anfangen?

Ja. Der Umweg über die Akustikgitarre ist nicht nötig. Entscheidend ist, dass dich die Musik motiviert, die du spielen willst.

Stört E-Gitarre die Nachbarn?

Mit Kopfhörern hört man nur das leise Anschlagen der unverstärkten Saiten. Damit ist die E-Gitarre eines der wohnungsfreundlichsten Instrumente überhaupt.

Wie lange dauert es bis zum ersten Riff?

Einfache Powerchord-Riffs gelingen vielen schon in den ersten zwei Wochen, wenn auch noch langsam. Ein sauberes erstes Solo mit der Pentatonik braucht eher einige Monate regelmäßiges Üben.